Aktuelle Urteile und Hinweise

Aktuelle Urteile und Hinweise

Verlustabzug nach Gesellschafterwechsel: Das BVerfG hat mit seinem am 12.5.2017 veröffentlichten Beschluss entschieden, dass die Regelung des § 8c KStG mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG nicht vereinbar ist. Das gilt soweit innerhalb von 5 Jahren mehr als 25 % des gezeichneten Kapitals an einer Kapitalgesellschaft an einen Erwerber unmittelbar übertragen werden (sog. schädlicher Beteiligungserwerb) und dadurch die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte steuerlich nicht mehr abziehbar sind. Bei Übertragungen von mehr als 50% der Anteile wird man abwarten müssen, ob der Verlustabzug wegfällt, weil die identität des Unternehmens nicht mehr gewahrt ist. Bei Übertragungen von weniger als 25 % ist der Verlustabzug ohnehin weiter möglich.

Als privatversicherter Ruheständler zurück in die gesetzliche Krankenversicherung! Für einige freiwillig gesetzlich oder privat Versicherte mit Kindern besteht ab 01.08.2017 die Möglichkeit, in die Gruppe der Pflichtversicherten zu wechseln und dadurch Geld zu sparen. Grundsätzlich sind jedoch zwei Bedingungen zu erfüllen: Ruheständler müssen in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens mindestens 90 % der Zeit in einer gesetzlichen Krankenkasse (pflicht-, familien- oder freiwillig) versichert gewesen sein.  Außerdem müssen sie Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben. Als evtl. Betroffener muss man allerdings selbst aktiv werden. Privatversicherte wenden sich an die gesetzliche Krankenkasse, bei der sie zuletzt versichert waren.

Sicher fürs Alter vorsorgen! Selbständige, Freiberufler, Beamte und Mütter können sich mit freiwilligen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung eine Leibrente aufbauen. Das lohnt sich insbesondere für Personen ab 55 Jahren an.

Vorsicht Datenaustausch der Finanzverwaltungen! Ein Abkommen zwischen 53 Ländern über den automatischen Austausch von Bankdaten ermöglicht der deutschen Finanzverwaltung in Kürze erstmals festzustellen, welche in Deutschland ansässigen Personen an einer ausländischen Kapitalgesellschaft beteiligt sind.